Kann Ihr Personalchef jetzt neue Anwendungen in SAP SuccessFactors selbst bauen?

14. März 2017 von Sven Ringling

Das Extension Centre / Erweiterungs-Center macht es einfacher denn je, in SAP SuccessFactors ohne Programmierkenntnisse neue Anwendungen zu erstellen – und auf jeden Fall sehr viel einfacher als in SAP HCM. Kann der Personalchef jetzt selbst neue Bildschirmmasken bauen, wenn ihm der Prozess mit IT zu langsam ist?

Ok, Ihr Personalchef hat wahrscheinlich anderes zu tun und wohnt in einem zu hohen Gehaltsband, um Anwendungen selbst zu bauen. Aber Scherz beiseite: Macht das Extension Centre das Bauen von Anwendungen auf Basis des MDF (Meta Data Framework) so einfach, dass Anwender in der Personalabteilung das jetzt selbst in die Hand nehmen können, anstatt von der IT abhängig zu sein, die ja „alles immer so kompliziert macht“ – oder gar von teuren Beratern?

Für Veteranen aus der SuccessFactors Welt war die Trennlinie früher immer klar:

  • Wenn es im Admin Center (früher Admin Tools) ohne Nutzung von XML zu konfigurieren war, dann konnten technisch versierte Key User es (meistens) machen.
  • Wenn es im Provisioning war, dann war es zu gefährlich oder kompliziert, und nur zertifizierte Berater oder SuccessFactors Services hatten Zugriff.

Diese letzte Restriktion gilt immer noch. Allerdings ist auf der einen Seite das Admin Center sehr viel mächtiger geworden und gleichzeitig ist die Lösung umfassender und integrierter geworden, und Kunden setzen sie auf einer immer breiteren Basis ein. Das heißt: während es rein technisch einfacher geworden ist, Änderungen vorzunehmen, setzt die wachsende Anwendung mittlerweile mehr Fähigkeiten in Architektur und Anwendungsmanagement voraus, um sie zielgerichtet, agil und wartbar weiter zu enwickeln.

Das heißt also: nicht alles, was über das Admin Center erreichbar ist, sollte typischerweise Bestandteil der Stellenbeschreibung eines HR Key Users sein – oder eines Personalleiters ;-)

Das soll aber keineswegs den Wert des Extension Centers mindern. Es macht es einfach, Anwendungen in purer Konfiguration zu bauen, die in der on-premise SAP HCM Welt Kenntnisse in Programmierung und verschiedenen Technologien erfordern würden.

Hier ein Beispiel: dieses Video zeigt wie man eine Anwendung zur Erfassung von Daten zur Korruptionsbekämpfung in ca. 20 Minuten bauen kann. Eine Anwendung, die in der „alten Welt“ leicht einen halben Tag Bauzeit beansprucht hätte:

 

Trotz aller Einfachheit, werden dennoch einige Skills benötigt, um Erweiterungen sinnvoll aufzubauen:

  • Verständnis des betroffenen Geschäftsprozesses
  • Kenntnis der Konfigurationsmöglichkeiten in SAP SuccessFactors
  • Kenntnis der Standardfunktionalität von SAP SuccessFactors sowie ggf. einfacherer Konfigurationsoptionen, mit denen sich die Erweiterung erledigen könnte
  • Beratungs- und Change Management Fähigkeiten, um einen schlanken Prozess zu pushen
  • Überblick über die Gesamtarchitektur der Kundeninstanz
  • Datenmodellierung und Anwendungsdesign
  • SuccessFactors Skills (Auswahllisten, Objektdefinition, Workflow, Mitarbeiterprofil)
  • Gute SuccessFactors Anwendungskenntnisse

Das ist eine lange Liste, aber halb so wild. Wichtig ist auch hier, dass Sie zunächst versuchen, die Erweiterung zu verhindern. Das ist außerordentlich wichtig, nicht nur weil Sie ansonsten ggf. das Limit an eigenen Datenobjekten erreichen, sondern auch, um unnötiges Wachsen der Komplexität mit der Zeit zu vermeiden.

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